Aufstellungen mit dem Anliegen

Für eine zielorientierte selbstverantwortliche therapeutische Arbeit, insbesondere bei Traumata, ist es wichtig, dass der Klient mit einem spezifischen Anliegen zur Aufstellung kommt. Im Anliegen, dass der Klient selbst formuliert, ist sein Wunsch nach Veränderung, die Blockade und Lösung seines Problems enthalten. Das Anliegen ist das zentrale Ziel seiner Aufstellung.

Im Anliegen zeigt sich der individuelle Lebenswille des Klienten und der wird vom Therapeuten geachtet. Während der gesamten Aufstellungsbegleitung wird das Anliegen von der Therapeutin immer im Fokus Fokus behalten und ist für sie bindend für den Aufstellungsprozess. Das Anliegen ist ein grosser Schutz vor einer Überflutung an Trauma Gefühlen und verhindert so eine Retraumatisierung. Aus diesem Grunde ist es auch für die Therapeutin unerlässlich, sich an das Anliegen des Klienten zu halten und keine weiteren Lösungsschritte zu unternehmen. Das Anliegen zeigt dem Klienten:

  • was er durch die Aufstellung erreichen möchte
  • wo er im Moment in seinem Leben steht
  • mit welchen Seelenanteilen er momentan in Kontakt ist
  • was sich in seinem Leben ändern soll und kann zum jetzigen Zeitpunkt
  • warum er das Ziel bis jetzt noch nicht erreichen konnte

Das Anliegen kann sich als gesunder Anteil, als Trauma-Anteil oder als Überlebensanteil zeigen. Anliegen können dadurch von unterschiedlicher Qualität sein. Das Anliegen und die darin enthaltene Zielvorgabe werden von der Therapeutin ernst genommen und er unterlässt es, den Klienten zu einer Änderung des Anliegens zu bewegen. Eine genaue und klare Formulierung des Anliegens ist im Vorfeld aber sehr wichtig und kann mehr Zeit beanspruchen als die Aufstellung selbst. Das Ziel der Aufstellung beschränkt sich also auf das Anliegen, auf einen kleinen Schritt, der für die Seele verkraftbar ist in diesem Moment – und nicht auf die Klärung des gesamten Familiensystems wie bei den Aufstellungen nach Bert Hellinger.


Je deutlicher in dem Anliegen der Wunsch nach Veränderung der eigenen Person und des eigenen Lebens ist, desto grösser ist die Bereitschaft, mit den abgespaltenen Gefühlen in Kontakt zu kommen. Die Aufstellung verläuft umso zuverlässiger in Richtung auf das gewünschte Ziel. Je mehr der Klient sein Anliegen so formuliert, dass der Kontakt mit dem gesunden Gefühlsbereich vorhanden ist, desto eindeutiger enthält es den Wunsch auf Veränderung und desto klarer kann der Stellvertreter für das Anliegen, den Auftrag innerlich erfassen. Der Stellvertreter für das Anliegen kann den Klienten dann während des Prozesses der Aufstellung hilfreich begleiten und ihm zur Seite stehen. Das Anliegen ist während der Aufstellung der Prozessbegleiter für den Klienten. Mit ihm kann er seine sich zeigenden Gefühle austauschen und sich an ihm orientieren.

 

Mögliche Anliegen könnten sein:

„Ich möchte herausfinden, warum ich Angst im Dunkeln habe“.

„Ich möchte beziehungsfähig werden“.

„Ich möchte eine lebendige Sexualität leben“.

 

Bei einer Aufstellung wird intuitiv von der Kursleiterin entschieden, ob eine klassische Familienaufstellung, eine Matrix-Aufstellung oder eine Aufstellung mit dem Anliegen durchgeführt wird.

 

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flow Lebenstraining

Michèle Noreia Gerber

Praxis für systemische Lösungen, Traumatherapie und Heilarbeit

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